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Verhandlungsmethoden

From Parasol

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Verhandlungsmethoden im Überblick

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Es gibt verschiedenste Verhandlungsmethoden, die über das normale Verhandlungsgespräch hinausgehen. Hier sind einige Methoden gelistet.

🔄 Multidimensionale Verhandlung (auch parametrisch genannt)

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  • Was passiert? Preis und weitere Zuschlagskriterien (z. B. Qualität, Servicelevel, Lieferzeit) werden gleichzeitig bewertet und verhandelt.
  • Wie funktioniert das? Für jede Angebotsrunde werden automatisch Punkte vergeben, basierend auf mathematischen Formeln für Boni und Mali.
  • Wozu? Man findet nicht einfach das günstigste, sondern das insgesamt beste Angebot.

Beispiel: Zwei Agenturen bieten an – eine ist billiger, die andere bietet deutlich mehr Leistungen. Das System rechnet automatisch aus, welches Angebot den besten Gesamtwert bietet.


🇧🇷 Brasilianische Verhandlung

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  • Was passiert? Der Einkäufer nennt vorab einen fixen Preis, z. B. 100.000 €.
  • Wie funktioniert das? Die Bieter überbieten sich gegenseitig mit besseren Leistungen, nicht mit niedrigeren Preisen.
  • Wozu? Es gewinnt, wer für diesen Preis die meiste Leistung bietet.

Beispiel: Drei Agenturen konkurrieren um ein Projekt. Alle dürfen 100.000 € verlangen, aber nur die mit dem besten Konzept und Umfang bekommt den Zuschlag.


🚦 Dynamische Englische Verhandlung

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  • Was passiert? Die Bieter geben mehrfach Angebote ab, sehen ihren Rang im Vergleich (z. B. Platz 2, grüne Ampel).
  • Wie funktioniert das? Bieter verbessern ihr Angebot schrittweise, um sich zu verbessern.
  • Wozu? Ein transparenter Preiswettbewerb, der Druck auf alle ausübt.

Besonders verbreitet bei Online-Vergabeplattformen oder E-Auctions.


🇬🇧 Klassische Englische Verhandlung

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  • Was passiert? Bieter geben laufend neue Gebote ab oder bestätigen bestehende.
  • Wie funktioniert das? Mit jedem neuen Wettbewerbssignal (z. B. Rang oder Ticker) entscheiden Bieter, ob sie weiter unterbieten wollen.
  • Wozu? Der letzte und günstigste Bieter gewinnt.

Besonders effizient bei standardisierten Produkten oder Leistungen, bei denen der Preis im Vordergrund steht.


⏱️ Englische Tickerverhandlung (Japanische Verhandlung)

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  • Was passiert? In jeder Runde wird ein fixer, fallender Preis angesagt.
  • Wie funktioniert das? Bieter müssen den Preis akzeptieren oder ausscheiden.
  • Wozu? Die Runde endet, wenn nur ein Bieter übrig ist.

Ideal, wenn man schnell den niedrigsten akzeptablen Preis ermitteln will.


🌷 Holländische Verhandlung

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  • Was passiert? Genau umgekehrt zur Tickerverhandlung: Der Preis steigt.
  • Wie funktioniert das? Der Einkäufer beginnt mit einem sehr niedrigen Preis – dann wird schrittweise erhöht.
  • Wozu? Der erste Bieter, der zustimmt, bekommt den Zuschlag.

Wird genutzt, wenn der Marktpreis unsicher oder stark variabel ist.


🇭🇰 Hongkong Verhandlung

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  • Was passiert? Wie bei der Tickerverhandlung, aber es gibt mehrere Gewinner.
  • Wie funktioniert das? Die Verhandlung endet nicht beim letzten, sondern beim vorletzten Bieter.
  • Wozu? Ermöglicht eine Mehrfachvergabe, z. B. für Lose oder parallele Rahmenverträge.

Nützlich, wenn zwei oder mehr Anbieter beauftragt werden sollen.


🔒 Verdeckte Erstpreisverhandlung (First Price Sealed Bid)

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  • Was passiert? Jeder Bieter gibt nur ein Angebot ab, verdeckt.
  • Wie funktioniert das? Keine Nachverhandlung, kein Feedback – nur ein Versuch.
  • Wozu? Schnelle, klare Entscheidung bei einfachen Vergaben.

Risiko: Wer zu hoch bietet, ist raus – wer zu niedrig kalkuliert, kann sich übernehmen.


📶 Verdeckte Erstpreisverhandlung mit Ranginformation

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  • Was passiert? Wie oben, aber mit Rückmeldung zur eigenen Platzierung.
  • Wie funktioniert das? Nach Abgabe erfährt der Bieter, z. B., ob er auf Platz 2 oder 5 liegt.
  • Wozu? Wird in Zwischenphasen komplexer Vergaben eingesetzt, um Auswahl zu treffen.

Ermöglicht eine faire Selektion, ohne dass sich Bieter strategisch am Preis anderer orientieren.


🎯 Reservationspreis

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  • Was passiert? Es gibt einen internen Mindestpreis, unter dem keine Vergabe erfolgt.
  • Wie funktioniert das? Wird dieser Preis erreicht, muss der Auftraggeber den Zuschlag erteilen.
  • Wozu? Dient der wirtschaftlichen Absicherung.

Tipp: Der Reservationspreis sollte realistisch gesetzt sein – sonst droht eine ergebnislose Verhandlung.