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Re:publica 2019

From Parasol

Ein paar wichtige Talks rund ums Thema Social Media, Community Management, (digitales) Miteinander und mehr, die auf der Re:publica 2019 stattgefunden haben.

Aufräumen im Trollhaus

Gegenrede in Sozialen Netzwerken: Ein Kampf gegen Windmühlen? Es kommt darauf an. Studien zeigen, dass sich das Engagement von Journalist*innen und Aktivist*innen unter bestimmten Voraussetzungen lohnt. Hier erfahrt ihr, wie und wann das Trollhaus in Kommentarbereichen, frei nach Jürgen Habermas, zum deliberativen Wiener Kaffeehaus wird.


Link: https://19.re-publica.com/de/session/aufraumen-im-trollhaus-hetze-gegenrede-kommentarbereichen

Video: https://www.youtube.com/embed/_FAlB5tX9-0

Link zur Studie: https://tinylink.net/ciBiq


Beschreibung:

Nutzerkommentare haben ein enormes demokratisches Potenzial. Theoretisch können Bürger*innen sich gleichberechtigt beteiligen, konstruktiv miteinander diskutieren und mit ihren Standpunkten ein großes Publikum erreichen. Doch die Realität sieht anders aus: Kommentarbereiche von Nachrichtenmedien werden von einer lauten Minderheit dominiert. Pöbeleien, Desinformationen und Hetze sind eher die Regel als die Ausnahme. Studien zeigen, dass der raue und respektlose Ton im Netz viele potenzielle Diskussionsteilnehmer verstummen lässt.

Täglich engagieren sich deshalb Community-Manager und Aktivist*innen gegen die Trolle sowie Hetze und Pöbelei in den Kommentarbereichen: Mitglieder von Initiativen wie #ichbinhier oder RI schreiben sachliche Kommentare und versuchen eine konstruktive und ausgeglichene Diskussionskultur im Netz wiederherzustellen. Doch kann dieses Engagement nachhaltig für Ordnung im Trollhaus sorgen oder bleibt es ein Kampf gegen Windmühlen? Bislang gab es auf diese Fragen eher Antworten aus dem Bereich der gefühlten Wahrheiten.

In diesem Panel wird diskutiert, ob das Engagement von Community-Managern und Aktivist*innen in Kommentarbereichen die Diskussionskultur verbessert und unsere Demokratie stärkt. Darüber hinaus stellen wir zwei neue Studien vor, die Hinweise darauf liefern, dass wir die Kommentarbereiche nicht sich selbst überlassen sollten. Und weil das Thema so vielschichtig ist, sind es unsere Panelisten auch: Gregor Mayer leitet die Stabsstelle Digitale Medien bei phoenix und hat vielfältige Maßnahmen ergriffen, um Trolle und Hater in Schach zu halten. Sonja Boddin ist Mitglied des Vorstands vom ichbinhier und täglich im Netz für mehr Respekt und bessere Diskussionen unterwegs. Marc Ziegele ist Juniorprofessor für politische Online-Kommunikation an der Uni Düsseldorf und hat zahlreiche Studien zur Wirkung von Gegenrede im Netz veröffentlicht.


Die angesprochene Studie kurz zusammengefasst:

Es gibt insgesamt vier Moderationsstile, die sich in der Regel wiederfinden lassen. Diskutieren, Erziehen, Vergemeinschaften, Konfrontieren.


Je nach angewandtem Moderationsstil konnten in der Studie verschiedene Zusammenhänge in Bezug auf Respekt und Diskursivität in den Anschlussdiskussionen erkannt werden.


Humor in digitalen politischen Debatten

Gerade in der politischen Netzdebatte gibt es sehr viel Humor - er ist auch ein wichtiges Instrument im Meinungsaustausch. Doch was macht Humor so schlagkräftig? Und wie können wir ihn als Tool der Aufklärung und zur Verteidigung der Menschenwürde nutzen?


Link: https://19.re-publica.com/de/session/humor-digitalen-politischen-debatten

Video: https://www.youtube.com/watch?v=OsGIz0crjZ0


Beschreibung:

Das Internet ist nicht nur ein Tool für ernsthaften Austausch, für Fakten oder mehr oder weniger richtige Behauptungen. Sehr häufig transportiert das Netz auch Humor: Zum Beispiel in Form von lustiger GIFs oder von politischer Satire, wie sie Webseiten wie der "Postillon" bieten.

Es ist sogar offensichtlich, dass in der politischen Debatte im Netz Humor eine große Rolle spielt: Memes greifen mit Humor gesellschaftsrelevante Themen auf. Und es gibt viele wunderbare Beispiele, wie verspielt und oft auch skurril es in manch einer Diskussion zugeht. Nur mit Humor erschließen sich einige Debatten im Netz.

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Doch nicht jeder Gag ist wohlmeinend. Humor kann auch verletzen: Rechte und antifeministische Communities machen zum Beispiel gerne Witze auf Kosten von Minderheiten oder von selbstbewussten Frauen. Überdies werden häufig Behauptungen als "Satire" getarnt, die in erster Linie darauf abzielen, jemanden fertigzumachen und zu diskreditieren. Jedoch lässt sich gleichzeitig beobachten, dass Humor auch eine Verteidigungsstrategie sein kann – zum Beispiel gegen Rassismus und gegen Sexismus. Auch kann man mit Humor die Realität manchmal verständlicher machen. Wie passt all das zusammen? Und was macht die Schlagkräftigkeit des Humors aus?

Humor beeinflusst zudem auch unsere Grenzen: Was wir lustig finden oder nicht, kann die Grenzen unserer sozialen Normen verschieben.

Die Macht des Humors gerade auch in der politischen Debatte soll der Vortrag behandeln. Und es wird auch besprochen, wie wir Humor einsetzen können, wenn wir ihn als Tool der Aufklärung und der Verteidigung der Menschenwürde sehen.