Glossar - Diversity & Equality: Difference between revisions
No edit summary |
No edit summary |
||
| Line 51: | Line 51: | ||
=== White Fragility === | === White Fragility === | ||
White Fragility bezeichnet die emotionsgeladenden Abwehrreaktionen, die Menschen mit weißen Privilegien in Debatten über Rassismus oder die eigenen Privilegien zeigen, als Ausdruck von “white fragility” (zu Deutsch: weiße Zerbrechlichkeit). Demnach sind Weiße “zerbrechlich”, da sie in den USA (bzw. Deutschland) nie den Stress erfahren, den Rassismus auslösen kann. | White Fragility bezeichnet die emotionsgeladenden Abwehrreaktionen, die Menschen mit weißen Privilegien in Debatten über Rassismus oder die eigenen Privilegien zeigen, als Ausdruck von “white fragility” (zu Deutsch: weiße Zerbrechlichkeit). Demnach sind Weiße “zerbrechlich”, da sie in den USA (bzw. Deutschland) nie den Stress erfahren, den Rassismus auslösen kann. | ||
<br> | <br><br> | ||
== Gender & Identity == | == Gender & Identity == | ||
Revision as of 14:20, 15 March 2021
Willkommen im Glossar für rassismus- und sexismuskritisches Denken & Handeln. Hier findest du ein sich stetig erweiterndes Glossar, das dir die wichtigsten Begriffe und Themenfelder rund um Equality und Diversity aufzeigt. Die folgenden Begriffe und deren Umfelder sind natürlich nur ein kleiner Einblick in eine größere, bunte Welt der Vielfalt, Gleichstellung und Gleichberechtigung. Bitte sieh dieses Glossar als Starthilfe, dich in diese relevanten Themen einzuarbeiten.
Scheu nicht davor, im Daily Business um Hilfe zu bitten oder eine weitere Meinung einzuholen. Manche Themen werden dir vielleicht weniger relevant erscheinen, aber vielleicht nur, weil du nicht zu der betroffenen Personengruppe gehörst. Umso wichtiger ist es, verschiedene Perspektiven einzunehmen oder Dritte einzubeziehen. Das ist kein Zeichen von Schwäche oder Unwissenheit. Im Gegenteil: Es zeigt dein Bewusstsein für ein sensibles Thema.
Diversity
Blackfacing
„Blackfacing“ – auf Deutsch: sich das Gesicht schwärzen – ist ein Begriff aus den USA. Er geht zurück auf die „Minstrel Shows“ des 18. und 19. Jahrhunderts und bedeutet, dass sich ein weißer Mensch das Gesicht mit Farbe bemalt, um auf der Bühne eine Figur mit dunkler Haut darzustellen – und sie dadurch abwertet. Die „Minstrel Shows“ waren Musik- und Unterhaltungsveranstaltungen, bei denen oft weiße Musiker die Sprache und den Tanz von Afroamerikanern karikierten – mit schuhcremeschwarz geschminktem Gesicht und grotesk überzeichneten dicken roten Lippen, Gestik und Mimik. Dabei wurden Stereotype bedient: der immer fröhliche Sklave, der seinen Sklaventreiber liebt; der dümmliche, gutherzige schwarze Freund. In den USA wurden diese Shows schon Anfang des 20. Jahrhunderts als rassistisch erkannt.
BIPoC
BIPoC ist die Abkürzung von “Black, Indigenous, People of Color”. All diese Begriffe sind politische Selbstbezeichnungen. Das bedeutet, sie sind aus einem Widerstand entstanden und stehen bis heute für die Kämpfe gegen diese Unterdrückungen und für mehr Gleichberechtigung.
Kulturelle Aneignung
Kulturelle Aneignung, auf Englisch auch “Cultural Appropriation” genannt, bedeutet, dass Menschen aus privilegierten Gesellschaften kulturell bedingte Kleidungsstücke, religiöse Accessoires oder andere Traditionen von benachteiligten Gruppen aus modischen Gründen übernehmen – den kulturellen Wert aber außer Acht lassen und womöglich dadurch profitieren. Es ist also eine Adaption eines Bestandteils einer Kultur von Mitgliedern einer anderen Kultur oder Identität. Wenn Mitglieder einer dominanten Kultur Elemente einer benachteiligten Kultur oder Minderheit adaptieren, kann dies umstritten sein.
Bekannte Beispiele der kulturellen Aneignung:
- Bindis
- Federschmuck, Dashikis
- Dreadlocks, Braids, Cornrows
- Boho-Style
- Durga
Egal ob Bildidee, Text oder Konzept, bitte schaue dir deine Arbeit auch unter dem Aspekt “Kulturelle Aneignung” an.
Mehr zum Thema findest du zum Beispiel hier: https://ze.tt/cultural-appropriation-kulturelle-aneignung/
PoC
Person of Color (Plural: People of Color, abgekürzt PoC) ist eine politische Selbstbezeichnung aus dem angloamerikanischen Raum für Menschen, die in der Mehrheitsgesellschaft als nicht weiß gelesen werden und deshalb von Rassismus betroffen sind. Seit einigen Jahren wird der Begriff auch in Deutschland immer populärer und das ist gut so. Weil es sich nämlich endlich mal um keine Fremdzuschreibung, wie farbig oder dunkelhäutig handelt. Sondern der Begriff eben aus der Community selbst kommt und deshalb absolutes Empowerment-Potential hat. PoC wird in abgewandelter Form auch für Frauen* (Women of Color, WoC), Männer* (Men of Color, MoC) oder Berufsgruppen (z.B. Artists of Color) verwendet.
Privilegien & Critical Whiteness
Hierbei geht es darum, anzuerkennen, dass weiße Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe mehr vom Privilegien-Kuchen naschen dürfen als People of Color. Im besten Falle reflektiert man diesen Benefit und nimmt am Ende eine rassismuskritische Haltung an. Oft kommt leider eher Wut à la ”Ich bin weiß, und bei mir ist auch nicht alles tutti” (Stichwort: White Fragility) heraus.
Bei Rassismus geht es aber nicht um individuelle Befindlichkeiten, sondern um systematische Diskriminierung. Weil es eben kein Racial Profiling bei weißen Menschen gibt. Und man als Max und Erika Mustermann bessere Chancen hat, eine Wohnung oder einen Job zu bekommen, als wenn man Ümit und Cem Duyan heißt. Ein weiterer Punkt bei Critical Whiteness: Einige weiße Menschen tendieren dazu, einen auf colorblind zu machen. So nach dem Motto: ”Ich sehe keine Hautfarben, ich sehe nur Menschen. Alle Menschen sind gleich. Mensch ist Mensch.” Solche Aussagen zeigen, was für ein Privileg es ist, als weißer Mensch durchs Leben zu hüpfen. Nämlich das Privileg, selbst als Erwachsener noch an Märchen zu glauben.
Schwarze Menschen
Eine Selbstbezeichnung, die groß geschrieben wird, um zu verdeutlichen, dass es beim Schwarzsein um die Verbundenheit aufgrund gemeinsamer Rassismuserfahrungen und der Art und Weise, wie man wahrgenommen wird, geht.
Struktureller Rassismus
Rassismus startet nicht erst dann, wenn man sein Kreuzchen bei der AfD setzt oder mit Nazis ‘ne Runde joggen geht. Rassismus steckt in unserem Denken, in unserem Verhalten, in Institutionen und hat deshalb eine strukturelle Komponente. Wenn ein Schwarzer Mensch als einzige Person von Polizist*innen nach ihrem*seinem Ausweis gefragt wird, dann ist das Racial Profiling (in Deutschland eigentlich verboten) und eine Form von strukturellem Rassismus. Weil diese Person eben nicht kontrolliert wird, weil er*sie sich daneben benommen hat, sondern weil davon ausgegangen wird (und das von einer staatlichen Instanz), dass diese Person sich aufgrund seiner*ihrer Hautfarbe illegal in Deutschland befindet oder im Besitz von Drogen ist. Was man halt so macht, wenn man Schwarz ist.
Struktureller Rassismus geht aber natürlich nicht nur von der Polizei aus, sondern auch von Arbeitgeber*innen, die eine Muslima mit Kopftuch nicht einstellen oder Vermieter*innen, die Wohnungssuchende mit einem nicht deutschen Namen erst gar nicht zur Besichtigung einladen. Oder Lehrer*innen, die Kindern mit Migrationsgeschichte weniger zutrauen. Struktureller Rassismus führt zu einem krassen Ohnmachtsgefühl, weil Institutionen oder Behörden, die eigentlich einen auf ”I care for you” machen sollten, Rassismus reproduzieren.
Tokenism
Den Begriff Quoten-Schwarze*r kennt ihr, oder? Und genau darum geht es beim Tokenism. Um einen auf Wannabe-Diversity zu machen, wird beispielsweise eine Schwarze Person ins Team geholt. Es geht hierbei aber meist nicht darum, die eigene (eventuell rassistische) Unternehmenskultur infrage zu stellen, sondern sich einen Token ins Boot zu holen, der*die den eigenen Rassismus bestätigt und dadurch bagatellisiert. So nach dem Motto: Wenn der*die Schwarze Arbeitskolleg*in kein Problem damit hat, dann kann es ja kein Rassismus mehr sein. Geprägt wurde der Begriff in den 1970er Jahren von Rosabeth Moss Kanter, einer US-amerikanischen Soziologin. Ursprünglich bezog sich ihre Untersuchung auf Cis-Frauen, die als Token in cis-männlcih dominierten Bereichen arbeiteten. Die Praxis Tokenism lässt sich auf unterschiedliche und vielfach marginalisierte Gruppe übertragen. So z.B. erweiterte Gayatri Chakravorty Spivak, indische Wissenschaftlerin und Mitbegründerin der postkolonialen Theorie, den Begriff um Wissenschaftler*innen of Color.
Tokenism dient dazu, mangelnde Vielfalt durch Symbolpolitik zu verschleiern, sich vor Kritik von außen zu schützen und vor allem den Status quo von Macht- und Strukturverhältnissen aufrecht zu erhalten.
White Fragility
White Fragility bezeichnet die emotionsgeladenden Abwehrreaktionen, die Menschen mit weißen Privilegien in Debatten über Rassismus oder die eigenen Privilegien zeigen, als Ausdruck von “white fragility” (zu Deutsch: weiße Zerbrechlichkeit). Demnach sind Weiße “zerbrechlich”, da sie in den USA (bzw. Deutschland) nie den Stress erfahren, den Rassismus auslösen kann.
Gender & Identity
Ally
Rassismus und Sexismus bekämpfen? Be an Ally! Solidarität ist einer der wichtigsten Bausteine einer demokratischen Gesellschaft. Sie bedeutet mitfühlen und sich für andere stark machen – auch ohne eigene Betroffenheit. Solidarität zeigen ist das, was Privilegierte für andere Menschen tun können, indem sie ihre Privilegien richtig einsetzen: Sie können z. B. auf Themen aufmerksam machen, die nicht alle Mitbürger*innen betreffen. Eine Form von Allyship.
Binär/Nicht-Binär
Das binäre Geschlechtersystem kennt allein die beiden Geschlechter “Mann” oder “Frau”. Nichtbinär, manchmal auch non-binär oder wie im Englischen nonbinary, ist ein Überbegriff für alle Menschen, die weder männlich noch weiblich sind. Sie können sich z.B. zwischen diesen beiden Geschlechtern verorten, oder ganz außerhalb davon, oder auch gar kein Geschlecht haben (agender). Manche nichtbinäre Menschen sind auch gleichzeitig männlich und weiblich (bigender) oder haben eine Geschlechtsidentität, die sich immer wieder ändert (genderfluid). Andere stellen sich gegen das binäre Geschlechtersystem und haben ein Geschlecht, das nichts mit Männlichkeit und Weiblichkeit zu tun hat (genderqueer). Nichtbinäre Menschen sind nach dieser Definition trans, weil sie meist nicht das Geschlecht sind, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Es gibt jedoch Kulturen, in denen Nichtbinarität ein Geschlecht ist, das bei der Geburt zugewiesen wird. In diesen Kulturen wären nichtbinäre Menschen nicht trans, sondern cis.
Cis (-Gender)
Der Begriff meint Personen, bei denen das gelebte Geschlecht (gender), mit dem sich eine Person identifiziert, mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht (sex) übereinstimmt.
Drag Queen/King
Der Begriff "Drag Queen" stammt aus dem Englischen und bezeichnet einen männlichen Travestiekünstler, der sich kunstvoll als Frau verkleidet und weibliches Verhalten humorvoll überspitzt. Entsprechend werden Frauen, die sich als Männer verkleiden und männliche Stereotype nachahmen als "Drag King" bezeichnet. Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Personen auch mit dem anderen Geschlecht identifizieren. Sie sind also nicht zwangsläufig Transgender.
FLINT
Der Begriff FLINT beinhaltet mehr feministische Klugheit als auf den ersten Blick sichtbar. Er steht für Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre und trans Personen – also Personen, die aufgrund ihrer geschlechtlichen Identität patriarchal diskriminiert werden. Dadurch vereint der Sammelbegriff geballte feministische Solidarität. Entstanden ist das Akronym (ein Wort, das aus den Anfangsbuchstaben anderer entsteht) als sprachliches Ergebnis feministischer Kämpfe um die Sichtbarkeit patriarchal diskriminierter Identitäten. FLINT beschreibt nicht die sexuelle Orientierung, sondern geschlechtliche Identitäten und macht somit die soziale Komponente von Geschlecht sichtbar. Sozial heißt, es geht nicht um die Frage, welches Geschlecht mensch bei der Geburt zugewiesen bekommen hat, sondern um die Frage der selbst gewählten, gefühlten geschlechtlichen Identität.
Mehr dazu: https://kritische-maennlichkeit.de/glossar/flint-lgbtiqa-usw/
Gendergerechte Sprache
Wir verwenden kein generisches Maskulinum, weder in internen und externen E-Mails, noch in Keynotes. Von nun an kommunizieren wir in gendergerechter Sprache und nutzen hierfür die Beidnennung, geschlechtsneutrale Bezeichnungen sowie das Gendersternchen.
Beispiele:
Generisches Maskulinum: “Kunden”
Gendergerechte Sprache: “Kund*innen”, “Kundinnen und Kunden”, oder genderneutral “Kundschaft”
Generisches Maskulinum: “Kollegen”
Gendergerechte Sprache: “Kolleg*innen” Kollegen/Kolleginnen, oder genderneutral “Team”
Mehr Informationen auf https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Geschlechtergerechter-Sprachgebrauch
https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/gendern-komposita-personenbezeichnungen
https://geschicktgendern.de/gendersternchen-anwenden/
Hetereonormativ
Hetereonormativ ist die in einer Gesellschaft oftmals verbreitete Annahme, dass biologisches (sex) und soziales (gender) Geschlecht übereinstimmen und Geschlechtstypen nach einem binären System eingeteilt werden – Männer einerseits, Frauen andererseits.
Intersexualität
Ein intersexueller Körper weist sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale auf, so dass eine eindeutige Zuschreibung über das binäre Geschlechtssystem (Mann und Frau) nicht ohne Weiteres möglich ist. Ein anderer Begrife für Intersexuelle ist zwischengeschlechtliche Personen, während das Wort "Zwitter" meist abwertend gebraucht wird.
LGBTIQA
Das Akronym kommt aus dem Englischen und steht für Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual and Asexual. Das deutsche Pendant, LSBT (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender), wird kaum verwendet. All diesen Begriffen ist gemeinsam, dass sie auf das Konzept der Heteronormativität aufmerksam machen.
Queer
Queer ist eine Selbstbezeichnung für Menschen mit sexueller Orientierung und/oder geschlechtlichen Identitäten, die sich außerhalb der heteronormativen Vorstellungen befindet. Der Begriff stammt aus dem Englischen und hatte im ursprünglichen Sinne einen abwertenden Charakter. Im Zuge der Stonewall-Proteste, der AIDS-Bewegungen und weiteren emanzipatorischen Bestrebungen wurde Queer als Selbstbezeichnung immer mehr reclaimed. Als Selbstzeichnung kann Queer Ausdruck von Stolz, Zusammengehörigkeit und Selbstermächtigungsprozessen sein.
Transgender
Transgender sind Personen, die sich nicht dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht zugehörig fühlen. Sie wollen aber nicht zwangsläufig operative Geschlechtsangleichungen vornehmen. Einige Transgender verspüren den Wunsch, innerhalb des Systems eindeutig als Mann und Frau zugeordnet zu werden, während andere die die binären Strukturen strikt ablehnen (Genderqueer, Genderfuck) und sowohl männlich als auch weiblich, gar nichts von beidem oder etwas Drittes sein wollen.
Transsexualität
Transsexuelle wollen nicht über das bei der Geburt zugewiesene, sondern über das gelebte Geschlecht identifiziert werden. Sie können zwar körperlich eindeutig als Mann oder Frau eingeordnet werden, fühlen sich in ihrem Körper aber fremd und nehmen sowohl operative als auch hormonelle Behandlungen in Anspruch, um das andere, gelebte Geschlecht soweit wie möglich annehmen zu können.
Allgemein & Anderes
Gaslighting
Gaslighting ist eine Taktik, in der die Realität und Wahrnehmung der betroffenen Person angezweifelt und untergraben wird. Die ausübende Person (Organisation, Institution, o.ä.) leugnet dabei Fakten, missachtet Gefühle und erkennt äußere Umstände nicht an. Ziel ist es, das Gegenüber derart zu verunsichern, dass die eigene Gefühls- und Urteilsfähigkeit infrage gestellt wird.
Intersektionalität
“If it isn't intersectional, it's not feminism” – Intersektionalität ist ein feministisches Konzept, das ziemlich clever erkannt hat, dass Menschen nicht nur aufgrund ihres Geschlechts, sondern aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer sexuellen Orientierung, ihres Alters, ihrer sozialen Herkunft, ihrer Religion und/oder einer Behinderung diskriminiert werden.
Es geht also um Mehrfachdiskriminierungen und wer in bestimmten Situationen als Privilegien-Hengst*in vom Feld galoppiert. Denn es macht einen Riesen-Unterschied, ob eine weiße, heterosexuelle Mittelklasse-Frau um ihre Rechte kämpft oder eine Schwarze Frau mit Kopftuch. Bei Intersektionalität geht’s nicht darum, wer beim Privilegien-Glücksrad am blödesten dasteht und den Ich-darf-jetzt-alles-Freifahrtschein gewonnen hat, sondern es geht darum, die eigenen Privilegien zu hinterfragen, dem Gegenüber Raum zu lassen, um über eigene Erfahrungen zu sprechen, dabei unterschiedliche Lebensrealität anzuerkennen, sich solidarisch zu zeigen, auch oder gerade wenn man selbst nicht betroffen ist, um so andere zu empowern.
Mansplaining
Es handelt sich dabei um ein Phänomen, bei dem ein Mann einer Frau etwas erklärt – und dabei überhört, dass sie sich bestens auskennt. Als Erfinderin des Wortes gilt die amerikanische Autorin Rebecca Solnit, die 2008 in der Los Angeles Times den Essay “Men Explain Things to Me” veröffentlicht hatte, aus dem später ein weltweit erfolgreiches Sachbuch wurde. Kurioserweise gebraucht Solnit das Wort Mansplaining in dem ursprünglichen Essay nicht einmal. Der Begriff tauchte vor ungefähr acht Jahren erstmals in feministischen Blogs in den USA auf und wer ihn genau erfunden hat, weiß niemand. Solnit lieferte lediglich die Definition dafür.
Misogyn
Misogynie bedeutet übersetzt Frauenfeindlichkeit bis hin zu Hass gegenüber Frauen. Das weibliche Geschlecht wird dem männlichen Geschlecht untergeordnet. Demnach haben Frauen eine geringere Wertigkeit und Männer eine höhere.
Diese Feindseligkeit ist auf allen Ebenen sozialer Beziehungen zu finden. Von der gesamtgesellschaftlichen Ebene bis zur persönlichen. Dabei tritt sie in vielfältiger Weise und unterschiedlicher Intensität auf. Auch schwächere Formen – eine gewöhnliche Schlechterstellung wie beispielsweise „Frauen können nicht so gut grillen“ oder „Frauen sollen nicht schwer tragen“ und „Frauen sind zu sensibel“ – fallen schon in den Bereich der Misogynie. Diese werden jedoch oft nicht als solche erkannt – vielleicht auch gerade deshalb, weil manches uns immer wieder im Alltag begegnet.
Othering
Othering beschreibt die Ausgrenzungs- und Zuschreibungsdynamiken, in welchem Fähigkeiten, Eigenschaften, usw., von Individuen oder Gruppen als besonders gekennzeichnet werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Kennzeichnungen oder Zuschreibungen positiv oder negativ gemeint sein, es unterstellt ein Abweichen von der “Norm”. Es spricht betroffenen Menschen ihre Individualität ab und begrenzt sich in ihrer Entfaltung.